Treva Seewege

Zeilen aus Band 1: Die Seewege


(Kdt. Sax) »Du und die anderen, die nicht zur Rückeroberung aufbrechen,

schützt unsere Seewege. Ihr haltet die Versorgung am Leben.«


Ohne die Seewege würde Sonnwinn sterben. Gottwin wusste das. 


Zeilen aus Band 1: Die Seewege


(FlAdm. Erik) »Wahrscheinlich. Wir stecken noch mitten in einer Seeschlacht, doch die Angriffe lassen nach. Piraterie ist kein Problem mehr – vor einer Woche habe ich eine Strohhutbande ausgelöscht. Doch Westen und Osten kreuzen weiterhin unsere Routen. Gefangene reden nicht. Keine Treue in ihren Augen, nur Angst. Oder es sind ihre fehlenden Zungen, die schweigen.«

Zeilen aus Band 1: Turm der Boten


(Ritter Hagen) »Nanna und Eila, die letzten Male wollte ich, dass ihr euch an diesen Ort gewöhnt. Heute werdet ihr eine Botschaft entschlüsseln und für mich ausarbeiten. Jede Nachricht, die im Turm der Boten eingeht, muss vollständig erfasst werden, denn sie kann über unsere Existenz entscheiden.«


Nanna und Eila waren beeindruckt, doch an die Atmosphäre in diesem Raum hatten sie sich noch immer nicht gewöhnt.


(Nanna) »Boah, Eila! Diese Vögel sind beeindruckend, aber unheimlich.«


(Ritter Hagen) »Das sind zwei unserer mächtigsten Boten.

Es sind die, auf die immer Verlass ist. Sie durchstreifen für uns die Lüfte.

Nanna, komm zu mir. Wer hier Angst hat, ist fehl am Platz!«

Leseprobe Band 1: Schatten Regime


Die Glockenschläge hallten durch die Gassen und viele Bürger verbarrikadierten ihre Häuser, bevor sie sich auf den Weg zur Mauer machten. Über den Dächern lag eine dunkle, dichte Wolkendecke und der Geruch von Regen lag in der Nase. Auf den öden Feldern westlich der Stadt erschienen immer mehr brennende Fackeln am Horizont.


(Bürger) »Meine Schafe stehen noch draußen!«


Die Lichter und Konturen des Feindes verschwammen durch die nasse Luft, und aus der Ferne waren die qualvollen Schreie der Tiere zu hören. Eine Armee aus über tausend Schurken, und Kriegern zog auf die Stadt zu. An ihrer Spitze fuhr eine dunkle, eiserne Galakutsche mit einer großen Kabine, in der der Hochburggeneral von Treva seine Armee anführte.

 Leseprobe Band 1: Kapitel 2 – Der Steineschmeißer


Die ersten Kommandanten und Kämpfer hatten bereits die Baumgrenze erreicht. Nur ein Mann mit einem kleinen, runden Holzschild passte nicht ins Bild. Er lief leichtfüßig vor dem Tor über die Wiese – deutlich jünger als alle anderen. Unbeeindruckt von den fast tausend Kämpfern blieb er stehen und genoss den Moment. Breitbeinig stand er da. Sein Blick war entschlossen, die Fäuste geballt. Dann senkte er seinen blonden Kopf mit den kurzen, strubbeligen Haaren und atmete tief ein. Sein Name war Gottwin. Er blickte in den blauen Himmel und grinste breit.


(Gottwin) »Ich hoffe, eines Tages könnt ihr meine Entscheidung nachvollziehen – denn es muss sich etwas ändern und wenn ich hierbleibe, werde ich nie ein großer Krieger.«


Selbstbewusst setzte er seinen ersten Schritt. Als sein Körper in Bewegung kam, zog sich das aufgeknöpfte gelbbraune Leinenhemd straff über seine Schultern, und die dunkelbraune, knielange Hose spannte sich um seine Oberschenkel. Um seinen Nacken lag eine matte silberne Kordelkette, unter der sich seitlich an seinem Hals eine breite Narbe abzeichnete. Bei jedem Schritt versanken seine halbhohen schwarzen Lederschuhe im hohen Gras und saugten sich mit Wasser voll.


(Gottwin) »Oh Mann, hätte das Gras im Sommer nicht wenigstens trocken sein können?«


Leseprobe Band 1: Reittiere


Gottwin und Witold waren fasziniert vom Trubel auf dem Markt, immer wieder überraschte sie etwas Neues. Das Tröten eines Elefanten ließ sie völlig ausflippen. Als Gottwin ihn erblickte, rief er erstaunt zu Witold:


(Gottwin) »Witold, sieh mal, da ist er, die beiden Männer haben ihn an den Zügeln! Wie fett ist das denn?«


Zwei bedrohlich wirkende Männer in dunkler Kleidung führten einen großen nordischen Elefanten durch die Straße. Er war dunkelgrau, und vom Kopf aus wuchs sein weißes Fell über seinen Rücken.